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Immer wieder "erfreuen" die Medien die Szene mit gesteigertem Interesse. Aufgrund ungenügender Recherche und bereits bestehender Vorurteile wird ein völlig falsches Bild vermittelt und viele Geschehnisse der jüngsten Zeit zeigen vortrefflich, wie schnell nicht nur die Medien bereit sind, die Gothic-Szene zu dämonisieren. Die Folgen: Goths werden bedroht uns als 'Satanisten' beschimpft und von der Familie und "normalen" Freunden gemieden.
Leider ist unsere Gesellschaft so eingestellt, daß sie alles, was von der Norm abweicht, was sie fürchtet oder nicht versteht, in die Schublade "Böse" steckt. Zudem glauben die meisten blind das, was die Medien vermitteln, ohne es nachzuprüfen. Es ist natürlich ungleich schwieriger, sich eine eigene Meinung zu bilden, als eine bereits bestehende zu übernehmen.
Um zu zeigen, wie fehlerhaft die allgemeine Vorstellung von Gothic ist und was es wirklich ist, habe ich versucht, etwas von der Geschichte und dem Hintergrund der Gothic-Kultur zusammenzutragen und dies so objektiv wie möglich darzustellen. Wenn einige Sätze möglicherweise wertend erscheinen, so ist es nicht beabsichtigt. Es ist einfach sehr schwer, etwas objektiv darzustellen, wenn man selbst darinsteckt. Selbstverständlich habe ich nicht den Anspruch, eine Expertin zu sein, vielmehr bin ich jemand, die der Vorurteile und der Mißdeutungen der Szene müde ist und zeigen möchte, daß wir keine gefährlichen Monster sind, sondern Menschen, die lediglich einen anderen Lebensstil gewählt haben.




Gothic ist im Grunde nichts anderes als der englische Ausdruck für Gotik.
Als Goten wurden ursprünglich germanische Stämme bezeichnet, die im Mittelalter einen Großteil von Europa eroberten und kontrollierten.
In der Renaissance (ca. 1350-1600) wurde der Ausdruck benutzt, um die Verachtung für die "grobe", "unzivilisierte" und "barbarische" Kultur der Germanen auszudrücken.
Die Architektur des Mittelalters wurde ebenfalls so bezeichnet, da sie dem Geschmacksempfinden der Renaissance zuwiderlief. Man glaubte, in der Gestaltung - von der man annahm, sie sei germanischen Ursprungs - den Beweis für die Geschmacklosigkeit und den Mangel an Kultur der Germanen gefunden zu haben. Die gotische Architektur bediente sich Elementen, die der normannischen und burgundischen Baukunst schon bekannt waren. Der erste gotische Bau ist die Abteikirche St.Denis (1137-44) in Paris. Weitere Beispiele für den gotischen Stil sind Notre Dame (Paris, um 1163 ff.), die Kathedrale in Canterbury (England, 1175 ff.), der Magdeburger Dom (1209 ff.), die Liebfrauenkirche in Trier (1235 ff.) und der Kölner Dom (1248 ff.).
Die Architektur der Renaissance wandte sich von den Idealen des Mittelalters ab und bevorzugte einfache, schnörkellose Formen unter Verwendung von Elementen aus der römischen und griechischen Baukunst anstatt der prächtigen Gestaltung der Gotik.
Zur Zeit der Romantik, gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jh., erfuhr die europäische Vergangenheit eine Neubewertung, da man in den Goten nun die eigenen Vorfahren erkannte, die nun nicht mehr als heidnische Wilde angesehen wurden, sondern die über zahlreiche Tugenden verfügten, die letztendlich den Sieg über Rom und damit den Ausgangspunkt eines politischen wie kulturellen Aufstiegs der germanischen Völker möglich machten.
Ausgehend von England entstand durch das neu erwachte historische Bewußtsein eine Wiederentdeckung der Gotik (Neugotik), sowohl als architektonische Erscheinung wie als poetisches Stilprinzip. Die mittelalterliche Kunst und Religion wurden zum Leitbild für die Gegenwart deklariert.


Gothic als Lebenseinstellung hat eigentlich in den meisten Kulturen schon immer existiert, es wurde jedoch niemals als separate Bewegung identifiziert oder benannt. Es war auch niemals ein nur auf die westliche Welt beschränktes Phänomen, aber die Bezeichnung und Fakten zur Identifizierung kamen aus Westeuropa.
Die Gothic-Kultur wie wir sie kennen, begann in den frühen 80ern zu blühen, zu einer Zeit, als Konservatismus, Konformismus, hell und glücklich sein und das Vermeiden von allem Störenden als das einzig annehmbare Verhalten angesehen wurde, als die Kluft zwischen Armen und Reichen besorgniserregend größer wurde.
Ende der 70er entwickelten einige englische Punk-Bands (Siouxsie and the Banshees, Joy Division, Bauhaus...) einen neuen Stil, dem Punk sehr ähnlich, jedoch sehr viel dunkler gefärbt und mit introspektiven Texten. Diese Musik stellte einen krassen Gegensatz zu der bunten Disko-Musik der 70er dar. Sie nannten den neuen Stil "Gothic". Anthony H. Wilson, der Manager von Joy Division, bezeichnete den Stil als "gotisch verglichen mit dem Pop Mainstream". Die Bands trugen schwarz, viel Silber und färbten sich die Haare schwarz. Die Anhänger dieser neuen Richtung taten es ihnen nach und bezeichneten sich ebenfalls als Gothic.
Die Medien griffen die Bezeichnung auf und da sie hauptsächlich nach dem Äußeren einer Band urteilten, betitelten sie einige Bands (z.B. The Sisters Of Mercy) so. Andere Bands (z.B. The Fields Of The Nephilim) nannten sich selbst so, obwohl ihre Musik anders klang als das, was ehemals als Gothic bezeichnet wurde.
Was in den frühen 80ern als reaktionäre Bewegung mit wenig mehr als einem Musik- und Kleidungsstil begann, entwickelte sich zu einer eigenständigen Kultur mit eigener Philosophie, die in den letzten Jahren enormen Zuwachs gefunden hat, unterstützt durch die zunehmende Popularität einiger Bands, durch Filme und Fernsehserien.

Gothic ist eine Subkultur, ein Stil und eine Lebenseinstellung, eine Art und Weise des Denkens, die man unmöglich pauschal beschreiben kann. Wer meint, man könne Goths in eine Schublade stecken, irrt gewaltig. Das Spektrum an Interessen, Stilen und Aktivitäten ist nicht zu erfassen. Man kann hundert Goths fragen, was "Gothic" für sie bedeutet, und man wird wahrscheinlich ebenso viele verschiedene Definitionen erhalten.
Der "rote Faden" der Gothic-Kultur ist die friedliche und unpolitische Ablehnung vieler Merkmale unserer Gesellschaft, die Auseinandersetzung mit Tabus und die Anerkennung der Gegensätze des Lebens, das Bewußtsein um die Zusammengehörigkeit von Hellem und Dunklem, von Gutem und Bösem, und der Tatsache, daß das eine nicht ohne das andere existieren kann und daß die traditionellen Werturteile, die den Gegensätzen zugewiesen werden, nicht notwendigerweise zutreffend sind.
Der Dunkelheit und damit der Farbe schwarz werden seit jeher das Böse und das Negative zugeordnet. In der Dunkelheit der Nacht geschehen geheimnisvolle, unheimliche Dinge, nachts läuft die Phantasie auf Hochtouren. Wenn es Nacht wird, erwachen die Toten und Kreaturen wie Vampire, Geister und Dämonen. Für die meisten Menschen haben diese Vorstellungen einen enormen Reiz, aber es ist eine Art "Reiz des Verbotenen", da diese Dinge in die Kategorie "Aberglaube" ("Aber" = Gegensatz) eingeordnet werden und für die meisten hieße das, sich mit etwas "Bösem" zu beschäftigen. Das, was wissenschaftlich nicht belegbar ist, wird in unserer Zeit der Technik, der Logik und des Verstandes abgelehnt. Goths brechen auch mit diesem Umstand, da sie sich in der Regel sehr für diese Dinge interessieren und es im Allgemeinen auch nicht verheimlichen. Sie stellen mit ihrer schwarzen Kleidung die Dunkelheit dar, und da viele Menschen nicht die schönen Seiten der Dunkelheit (Romantik, Melancholie, Sehnsucht, Träume, Stille, Geborgenheit, Schutz...) sehen können oder wollen, werden nur die negativen Aspekte auf die Goths projiziert.
In einer Gesellschaft, die Sterben und Vergänglichkeit verleugnet, deren Angst vor dem Tod und Ringen nach ewiger Jugend und Unsterblichkeit schon fanatisch ist, pflegen Goths die symbolische Artikulation von Trauer und Tod und setzen sich mit der eigenen Einsamkeit und Todesnähe kritisch auseinander. Der Anschein, daß Goths eine gesteigerte Todessehnsucht besitzen, begründet sich mit der Tatsache, daß sie den Tod und das Vergehen als selbstverständlichen Teil des Lebens und des natürlichen Kreislaufs erkennen und akzeptieren. Dennoch ist das, was nach dem Tod kommt, nach wie vor ein Mysterium, welches sich großer Beliebtheit, nicht nur bei Goths, erfreut.
Demzufolge sind Tod und Sterben häufige Themen in Gesprächen, Gedichten und der Musik.
Sicherlich neigen viele Goths zu einer düsteren Grundstimmung, was nicht verwundert, wenn man bedenkt, daß ein Großteil eine schwierige oder gar zerstörte Beziehung zur Familie hat, daß häufig innerhalb der Familie Schweigen statt Kommunikation, Inakzeptanz oder gar Gleichgültigkeit den Umgang miteinander prägten. Daraus folgt eine Ablehnung der Lebensform der Eltern, ein Bruch mit der Identifikation und eine Neuorientierung. Da für viele Trauer, Introvertiertheit und Einsamkeit, manchmal auch Hoffnungslosigkeit eine große Rolle in der Gefühlswelt spielen, fühlen sie sich zu einer Szene, die genau dies verkörpert, hingezogen. Hier müssen sie nicht eine Maske der Zufriedenheit und Glückseligkeit tragen, sondern können ihre wahren Gefühle zeigen und ausleben.
Viele Goths haben einen starken Hang zu Geschichte, Literatur (besonders anspruchsvolle Literatur und Klassiker) und Musik, wobei letzteres eine zentrale Rolle in der Gothic-Kultur spielt. Musik ist jedoch nicht die einzige Kunstform des Gothic, künstlerische Bemühungen aller Art werden begrüßt und angeregt. Viele sind in irgendeiner Form kreativ, machen Musik, schreiben, nähen, zeichnen, fotografieren... um nur wenige von hunderten Ausdrucksmöglichkeiten zu nennen.
Viele Goths neigen dazu, vermutlich aufgrund ihrer eigenen Vorgeschichte, mit Schwächeren mitzufühlen, sich in sie hineinzuversetzen und sich für sie einzusetzen.
In vielen Dingen unterscheiden Goths sich nicht von der "normalen" Bevölkerung: sie arbeiten, gehen zur Schule oder studieren, zahlen Steuern, gründen Familien, setzen sich für die Gemeinschaft ein, leben das Leben für welches sie sich entschieden haben und sind genauso produktiv wie andere, wenn nicht sogar mehr.
Goth zu sein, ist im Endeffekt eine Art "Stammzugehörigkeit", ein Weg für Leute mit den gleichen Interessen und Einstellungen, andere ihrer Art und einen Platz zu finden. Wie die meisten Stämme, so versuchen Goths häufig die herauszuhalten, die "nicht vom Stamm sind", die nicht hineinpassen oder die nur daran interessiert sind, sie zu begutachten, weil sie anders aussehen und Interessen außerhalb des "Mainstream" haben.
Zur Zeit ist Gothic sehr "in", gefördert durch den Erfolg einiger Bands, Filme und Serien und das Interesse der Medien. Einige der "Junggoths" werden jedoch ihre Interessen ändern und wieder aussteigen, andere bleiben, wieder andere steigen aus, fühlen sich in der "normalen" Welt deplaziert und finden auf irgendeinem Weg wieder zurück.


Die meisten Goths heben sich optisch stark von der "normalen" Bevölkerung ab, mögen Dinge und befassen sich mit Themen, die andere fraglich, beunruhigend oder pervers finden oder die "tabu" sind. Infolgedessen bestehen eine Menge Annahmen und Vorurteile, von denen die meisten nicht wahr sind. Diese Annahmen mögen mit der Farbe Schwarz zusammenhängen (der seit jeher die Eigenschaft des Bösen und Geheimnisvollen anhaftet) und mit der Tatsache, daß die meisten Menschen Dingen, die sie nicht verstehen oder die von der Norm abweichen, mißtrauisch und feindselig gegenüberstehen.
Hier einige der häufigsten Vorurteile:

- Goths sind Satanisten und feiern schwarze Messen
- Goths quälen Tiere und bringen sie als Opfer dar
- Goths entweihen Kirchen, treiben sich nachts auf Friedhöfen herum und schänden Gräber
- Goths denken, daß sie Vampire sind und schlafen in Särgen
- Goths sind gefährlich und kriminell
- Goths sind rechtsradikal
- Goths bedrohen und terrorisieren andere und stehlen
- Goths sind besessen von dem Gedanken an den Tod und sehnen sich nach ihm
- Goths nehmen Drogen
- Goths sind Anhänger der SM-Szene und homosexuell
- Goths arbeiten nicht und zahlen keine Steuern
Selbstverständlich gibt es Goths, auf die der eine oder andere Punkt zutrifft (wie auch auf Menschen der "normalen" Bevölkerung) und sicherlich sind einigen diese Vorurteile sehr recht, weil sie für Abstand zur Gesellschaft sorgen, provokant und schockierend sind, aber diese Vorurteile kann man nicht verallgemeinern und sie haben nichts mit dem Grundgedanken der Gothic-Kultur zu tun.


Religion:
Der Grundgedanke der Gothic-Kultur hat nichts mit Religion zu tun, auch wenn der Eindruck entstehen mag. Goths mögen religiöse Symbole wie Pentagramme, Kreuze oder Ankhs tragen (Symbole von sehr großer Kraft schon seit Tausenden von Jahren), viele Songs mögen religiösen Inhalt haben, aber Gothic ist keine Religionsgemeinschaft.
Manche Goths sind Atheisten, manche sind Christen, manche fühlen sich zum Heidentum hingezogen, andere gehören wieder anderen religiösen Gruppen an und einige sind sicherlich auch Satanisten.
Allerdings ist bei vielen eine mehr oder weniger starke Abneigung gegen die Institution "Kirche" vorhanden, was jedoch weniger mit Gott an sich zusammenhängt und diese Einstellung beschränkt sich ganz und gar nicht nur auf die Gothic-Szene.
Politik:
Ebensowenig, wie Gothic eine Religionsgemeinschaft ist, ist es eine politische Gruppierung mit einer bestimmten Einstellung.
Viele Goths fühlen sich keiner politischen Gruppe zugehörig, andere haben politisches Interesse und verteilen sich auf die verschiedenen Lager. Es gibt natürlich Goths, die mehr oder weniger stark nach "rechts" tendieren (genau wie in der "normalen" Gesellschaft auch), aber das läßt sich auf keinen Fall verallgemeinern.
Der Grundgedanke des Gothic ist absolut unpolitisch.


Die meisten Goths sind nicht ständig depressiv (natürlich gibt es einige, die die Rolle des tragischen, deprimierten Märtyrers zur Perfektion bringen). Eine gewisse Dunkelheit liegt jedoch tatsächlich über der Gothic-Szene.
Dafür gibt es verschiedene Gründe:
Als Reaktion (und eine Art Rebellion) auf unsere Gesellschaft, die bestimmt, daß keine Schwäche zu zeigen, stets glücklich zu wirken und keine Probleme zu kennen, als die einzig annehmbare Verhaltensweise gilt, zudem die Faszination der "verbotenen", dunkleren Seite des Lebens, die normalerweise als störend und unangenehm dargestellt und empfunden wird. Auch dies kann eine Art Rebellion sein, aber es gibt auch viele, die wirklich daran interessiert sind, die diese Seite als einen Teil ihrer Selbst akzeptieren und es genießen, sie zu erforschen und kennenzulernen.
Innerhalb der Szene haben viele die Möglichkeit, ihre Traurigkeit über erlebte Verletzungen, Zurückweisungen, Schmerz und Einsamkeit auszuleben, ohne daß jemand sie deswegen verurteilt. Dadurch, daß nicht verdrängt wird, können Emotionen generell besser ausgedrückt werden, so daß besonders dunkle Stimmungen sichtbarer sind als bei anderen.
Bei vielen besteht eine Tendenz zum extrem Analytischen kombiniert mit einem hohen Maß an emotionaler Sensibilität und Empathie, welche oft Verzweiflung darüber verursacht, wie grausam das Leben sein kann. Bei den jüngeren Goths richtet sich die Verzweiflung meist auf sich selbst, während sie bei den älteren eher auf die Lage anderer gerichtet ist. Diese Leute möchten häufig Dinge verbessern, aber sie stolpern oft über ihr eigenes "Über-Analysieren" und sind frustriert über die Schwierigkeit, etwas zu erreichen.
Goths drücken ihre Tendenz zur Dunkelheit gern durch schwarzen Humor aus. Dies scheint jedoch das Einzige zu sein, was noch weniger geschätzt wird als eine dunkle Stimmung...


Obwohl man meinen sollte, daß Solidarität in einer Minderheit oberstes Gebot ist, bestehen innerhalb der Gothic-Szene (wie in jeder anderen Gruppierung auch) mehr oder weniger starke Spannungen und Widerstände.
Es beginnt bei der Musik, denn obgleich eine enge Verbindung zwischen der "klassischen" und der "industrial" Musik besteht, gibt es Leute auf beiden Seiten, die die andere meiden. Einige sind offen für neue Tendenzen und können dem "Metal-Boom" etwas abgewinnen, für andere hat das mit Gothic nichts mehr zu tun, für sie gibt es nichts schlimmeres.
Einige, die sich im "klassischen" Stil mit Samt und Spitze kleiden und dies als das "wahre" Gothic-Outfit ansehen, schauen auf die herab, die z.B. Fishnet und Leder bevorzugen und für die Reifröcke ein Greuel sind.
Einige Goths, die Partys und die Leichtigkeit im Leben lieben, werden von anderen abgelehnt, die glauben, daß nichts lohnend ist, außer es ist geheimnisvoll, traurig und dunkel.
Viele der Goths, die schon sehr lange in der Szene sind, haben das Gefühl, daß das "Goth-Sein" für viele nur noch darin besteht, das schwärzeste Schwarz und den außergewöhnlichsten Schmuck zu tragen und sich so bleich wie möglich zu schminken. Mit dem, was Gothic einmal ausgemacht hat, hat das jedoch kaum noch etwas zu tun.
Die Tatsache, daß sich einige selbst als die "wahren Goths" bezeichnen und verächtlich auf die herabschauen, die es in ihren Augen nicht sind (und sie dies auch spüren lassen), wirkt dem nicht unbedingt entgegen.
Die meisten bezeichnen sich selbst als tolerant, aber Toleranz ist auch etwas, das viele vermissen. Die Frage, wie es zu diesem Ungleichgewicht kommen kann, läßt sich möglicherweise damit beantworten, daß häufig die Abgrenzung so weit geht, daß sie auch vor der eigenen Szene nicht Halt macht. Ein anderer Grund könnte in der Vorgeschichte derer liegen, die innerhalb der Familie kaum oder keine Akzeptanz kennengelernt haben und sich nun über andere, die ihren Vorstellungen davon, wie man als Goth zu sein hat (besteht hier etwa eine Parallele zur "normalen" Gesellschaft?), nicht entsprechen, erheben und das Gefühl genießen, besser zu sein, auch wenn es nur ihre eigene Meinung ist.
Doch dies sind nur Spekulationen, die Antwort kann jeder lediglich für sich selbst geben.



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